Mondi Gronau Advanced Materials

Lean Projects

Das Markteintrittsfenster treffen!

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Kürzere Entwicklungszeiten, sich ändernde Marktanforderungen, knappe Markteintrittsfenster und begrenzte Ressourcen - das sind nur einige Eigenschaften, die das Spannungsfeld im Entwicklungsbereich aktuell bestimmen. Die Kennzahl „Cost of Delay“ ist in vielen Entwicklungsabteilungen deshalb auch das TOP-Thema. Verzögerungen im Projekt können mit dieser Kennzahl monetär bewertet und Priorisierungen vorgenommen werden. Doch wie verhindert man „Cost of Delays“?

Grundlage, um Markteintrittsfenster zu treffen, ist ein systematischer Innovations- und Entwicklungsprozess. Hierzu eignet sich die übliche Stage-Gate-Systematik.

Zeiten und Kosten transparent machen

Das von KruCon aufgebaute fünf Phasen Stage-Gate Modell wurde entsprechend der ansteigenden Kosten im Verlauf eines Projektes (Spending Phases) entwickelt. Jede Phase beinhaltet klare Aufgaben, die es in einem geplanten Zeitrahmen zu erfüllen gilt. Die Erfüllung der Aufgaben, der Zeitrahmen sowie die Kostenentwicklung werden in regelmäßigen Abständen präsentiert und eine Stop or Go Entscheidung getroffen. Die Entscheidung selbst erfolgt nach definierten Gate Kriterien. So ist eine Zeit- und Kostenüberschreitung in jeder Phase erkennbar und die Entscheider können das Projekt rechtzeitig stoppen oder pushen. Organisiert und gesteuert wird der Prozess durch ein PMO, welches alle Projekte koordiniert, als Ansprechinstanz für die Projektleiter gilt und so auch ein „kritisches Projekt“ frühzeitig zur Entscheidung einsteuern kann. Zur Einführung des einheitlichen Inno-Prozesses wurden zusammen mit Mitarbeitern des Business Segments Advanced Materials der Mondi Group, eines internationalen Verpackungs- und Papierunternehmens, alle Projekte und Kleinaktivitäten erfasst und entsprechend des neuen Prozesses neu aufgeplant.

Markterfolg mit systematischer Planung

Welchen unterstützenden Effekt man mit einer solchen Systematik erzielen kann, zeigte das Entwicklungsprojekt „roomskin®“. roomskin® FLOOR ist ein elastisches, hoch transparentes und äußerst robustes Overlay. Dieses Oberflächenmaterial für hochmoderne Fußbodenbeläge - sogenannte Designböden - kann mit verschiedenen Dekorträgern kombiniert werden. Diese Hybrid-Beläge überzeugen neben einem angenehmen Laufgefühl und einer überaus positiven Raumakustik durch enorme Strapazierfähigkeit. Kleinere Kratzer und Dellen bilden sich sogar selbstständig zurück.

In 2010 als Entwicklungsprojekt gestartet, lag der Fokus der Aktivitäten zunächst auf technischen Themen. Das zunehmende Marktinteresse an roomskin® FLOOR machte eine systematische Planung der Marktbedarfe sowie eine intensive Abstimmung des Projektteams mit der Business Segment Leitung notwendig. Der neue Stage-Gate-Prozess unterstützte die gestiegenen Abstimmungsbedarfe durch eine standardisierte und transparente Aufbereitung der Projektdaten, und bildete damit die Basis für fundierte Managemententscheidungen. roomskin® FLOOR wurde Anfang 2016 erfolgreich auf der Leitmesse für Fußbodenbeläge „Domotex“ in Hannover gelauncht.

Jochen Schniepp (rechts)

Jochen Schniepp (rechts)

„Die Einführung des einheitlichen Inno-Prozesses erhöhte die Datentransparenz des Projektes und unterstützte fundierte Managemententscheidungen.“