Wie richtiges Coaching Ihr Shopfloor Management verbessert

Wie richtiges Coaching–

Ihr Shopfloor Management verbessert

Sie haben Ihr Shopfloor Management definiert, ein Konzept ausgearbeitet und sind damit gestartet? Sie haben schon erste Erfahrungen damit gesammelt und betrachten damit das „Projekt“ als eingeführt? Warum Sie Ihren Ansatz um die Komponente Coaching nach der Einführung erweitern sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Shopfloor Management – Ein Abbild der Unternehmenskultur

Im Shopfloor Management werden im Idealfall täglich die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zusammengetragen. Anhand dieser werden Prioritäten festgelegt und Entscheidungen getroffen. In vielen Unternehmen trifft dann ein durchstrukturiertes Konzept mit einer standardisierten Agenda auf die gelebte Unternehmenskultur. Dies kann sich in verschiedenen Ausprägungen wie Pünktlichkeit, Verbindlichkeit oder Zielorientierung zeigen. Viele Unternehmen achten bereits bei der Einführung darauf, verbindliche Regeln aufzustellen und diese an dem Board zu visualisieren. Jedoch gerade bei der Schnittstelle Theorie und gelebte Praxis, ist direkt am Anfang darauf zu achten, dass der Abstand nicht zu groß ist und alle Beteiligten sich in der neuen Vorgehensweise wiederfinden und einbringen können.

Die Ziele des Coaching - Wer oder was wird gecoacht?

Durch das Coaching stellen Sie sicher, dass das Konzept des Shopfloor Managements, sowie die Inhalte und die Vorgehensweise richtig verstanden und gelebt werden. Es geht darum, dass die Agenda eingehalten wird, dass eine strukturierte Kommunikation stattfindet und es ist auf die richtige Verbindlichkeit in Bezug auf der Generierung von Maßnahmen mit Verantwortlichkeiten zu achten. In vielen Unternehmen fallen die involvierten Personen schnell in gewohnte Muster zurück, die ggf. nicht mit dem Shopfloor Management konform sind.

Coaching mit Respekt - Die Rollen von Coach und Coachee

Bevor mit dem Coaching begonnen wird, ist das richtige Verständnis essenziell. Im Mittelpunkt steht der Coachee, im Fall des Shopfloor Managements also der Moderator und nicht der Coach. Konkret bedeutet dies, wenn die Shopfloor Routine begleitet wird, gehört diese weiter dem Moderator. Der Coach beobachtet die Runde und verhält sich während der Runde passiv. Dies gilt auch für Vorgesetzte und Führungskräfte und ist oft herausfordernder als zunächst gedacht. Die Gefahr ist hier, die Stellung des Moderators in der Shopfloor Routine zu untergraben, wenn Sie die Runde an sich ziehen und während der laufenden Runde eingreifen. Erst nach der Runde wird das Feedback dem Moderator in einem direkten Vier-Augen-Gespräch gegeben. Dies stärkt den Moderator in seiner Rolle und hilft dabei, das Feedback besser aufnehmen zu können. Eine einzige Ausnahme ist, wenn es eklatante Abweichungen gibt, die es Bedarfen direkt einzugreifen. Ebenso wenn es zu Situationen kommt, bei denen das Betriebsklima verletzt wird, beispielsweise verbale Entgleisungen oder lautstarke Diskussionen, etc. Ein erfolgsrelevanter, weiterer Punkt ist die Art und Weise wie das Feedback gegeben wird. Hierbei ist es wichtig, auch positive Beobachtungen aus der Routine hervorzuheben und zu erwähnen.

Coaching im Shopfloor Management – Die vier Phasen

Das Coaching kann in vier einfache Phasen gegliedert werden und hilft somit ein klares Verständnis zwischen Coach und Coachee aufzubauen und stellt sicher, dass alle wichtigen Elemente beachtet werden. Führen Sie jede der vier Phasen bei jedem Coaching durch und kommunizieren Sie diese offen mit dem Moderator.

Phase 1 – Die Zielklärung:
Begonnen wird immer mit einem kurzen Start-Gespräch zwischen Coach und Moderator, bei dem über das Ziel und das Vorgehen informiert wird. Dies gibt dem Moderator eine Orientierung und klärt über die Art und Weise auf. Weisen Sie den Moderator darauf hin, dass Sie in der Shopfloor Routine nicht eine „Heile-Welt“ Veranstaltung besuchen möchten, sondern dass es darum geht ein Abbild der Realität, mit allen Problemen die im Alltag auftauchen, beobachten möchten. Daraus gilt es die Verbesserungspunkte abzuleiten.

Phase 2 – Die Beobachtung:
Wie bereits erwähnt ist die Beobachtungsphase eine rein passive Phase für den Coach. Notieren Sie sich möglichst konkrete Situationen, auf die Sie im anschließendem Feedback-Gespräch Bezug nehmen können. Hier eigenen sich beispielsweise Beobachtungen, bei denen trotz einer Abweichung bei einer Kennzahl keine Maßnahme definiert wurde, oder nach einer Diskussion zu einem Thema Aktionspunkte zwar besprochen, allerdings nicht schriftlich und somit nicht verbindlich festgehalten wurden.

Phase 3 – Das Feedback:
Das Gespräch für das Feedback sollte im Idealfall direkt im Anschluss im persönlichen Gespräch, spätestens noch am gleich Vormittag stattfinden. Beginnen Sie das Feedback mit der Frage nach der Eigenwahrnehmung des Moderators. Fragen Sie den Moderator, wie er die Shopfloor Routine erlebt hat. Dies hilft Ihnen eine gemeinsame Basis über die Wahrnehmung der Routine zu erlangen. Das anschließende Feedback von Ihnen und die Potentiale zur Verbesserung werden am besten mit Ich-Botschaften dem Moderator erklärt. Hierzu eignen sich Satzeröffnungen wie: „Ich habe wahrgenommen…“, oder „In Bezug auf … könnte ich mir vorstellen, dass wir hier noch besser werden könnten“. Gehen Sie hier auf Ihre Beobachtungen mit den konkreten Situationen ein, wie: „Als in der Diskussion über das Ventil XY gesprochen wurde, hätte ich es gut gefunden, wenn eine Maßnahme mit Verantwortlichkeit und Termin festgehalten worden wäre.“

Phase 4 – Die Zielerreichung:
Beenden Sie das Feedback-Gespräch mit einer konkreten Vereinbarung, worauf der Moderator achten sollte. Auch hier ist es empfehlenswert diese möglichst verbindlich zu formulieren. Eventuell kann sich auch aus der Beobachtung und dem anschließenden Gespräch noch Schulungsbedarf ergeben, der sich nicht in einem direkten Gespräch erledigen lässt. Fixieren Sie in diesem Fall die weitere Vorgehensweise und zeigen Sie Möglichkeiten zur Unterstützung auf. Klären Sie ebenfalls die weiteren Schritte, wann Sie beispielsweise die nächste Runde begleiten und sich gemeinsam die Verbesserungspunkte ansehen können.

Coaching intern und extern – Die Perspektive erweitern

Die meisten Coachings finden mit internen Coaches statt. Hierfür eigenen sich direkte Vorgesetzte, Moderatoren oder Führungskräfte aus anderen Bereichen. Der Vorteil ist hier, dass schnell ein Grundverständnis für die auftretenden Themen vorhanden ist.

Von Zeit zu Zeit ist es sinnvoll die Perspektive durch einen externen, erfahrenen Shopfloor Coach zu erweitern. Dies hat den Vorteil, dass der Externe nicht in gewohnte, betriebliche Verhaltensmuster steckt und mit einem Blick von außen als neutrale Person agieren kann. Auch können hier Best Practice Ansätze von anderen Unternehmen mit eingebracht werden. Wichtig ist auch hier, konsequent die vier Phasen des Coachings durchzuführen.

KruCon verfügt über umfangreiche Praxiserfahrung bei der Einführung und bei dem Coaching von Shopfloor Management. Durch eine Vielzahl von Shopfloor Projekten bei unterschiedlichen Unternehmen und Branchen können wir hier wertvolle und praxisbezogene Hilfestellung leisten. Bei Interesse sprechen Sie uns gerne jederzeit an.