Sicatron GmbH

Konzept

zur Unterstützung eines kontinuierlichen und nachhaltigen Unternehmenswachstums

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Die Sicatron GmbH & Co. KG ist Systemanbieter im Bereich der Mikroschalter und der Kabelkonfektion. Das Unternehmen bietet seinen Kunden innovative Systemlösungen, die den kundenindividuellen Anforderungen entsprechend gestaltet werden.

Gegründet wurde die Sicatron GmbH 2007 in Hagen und beschäftigt aktuell ca. 40 Mitarbeiter. Die Kunden stammen aus den unterschiedlichsten Technikzweigen wie Maschinenbau, Automotive, Gebäudetechnik, Medizintechnik und Agrartechnik. Das Produktportfolio umfasst u.a. Schalter und Mikroschalter, Motoren, Magnete, Sensoren, LED Signallampen, Energiemanager sowie Komponenten zur ganzheitlichen Steuerung und Automatisierung.

Die Sicatron GmbH ist in den letzten Jahren erfolgreich gewachsen. Um jedoch auch weiterhin nachhaltig wachsen zu können, muss das Unternehmen seine internen Strukturen und Prozesse an die zukünftigen Anforderungen und Rahmenbedingungen anpassen. Das Unternehmen hat sich deshalb entschieden, die Fördermöglichkeiten des Innovationsnetzwerkes In|Die Region Ruhr für sich zu nutzen und über diesen Weg einen Beratungsauftrag zu vergeben.

Das Innovationsnetzwerk In|Die Region Ruhr hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Produktionswirtschaft in der Region Ruhr bei Innovationsprozessen und ihrer Sensibilisierung für das Thema „Industrie 4.0“ zu unterstützen. Mit dem Modell Inno-Scheck RUHR wird den Unternehmen in der Region eine moderne Art der Förderung mit speziellem Fokus auf Innovationsförderung und die Gestaltung digitaler Produktionsprozesse zur Verfügung gestellt. Die Förderung kann produktions- oder produktionsaffinen Unternehmen gewährt werden, die den KMU-Status nach Definition der Europäischen Kommission aufweisen. Der Zuschuss dient dabei der Finanzierung von spezifischen Beratungsleistungen.

Gegenstand des vorliegenden Beratungsprojektes war die Entwicklung eines um-fassenden Konzeptes zur Unterstützung eines kontinuierlichen und nachhaltigen Unternehmenswachstums der Sicatron GmbH, auch im Hinblick auf die Chancen und Risiken der Digitalisierung. Die Projektergebnisse werden im Folgenden skizziert.

Den Verbesserungspotenzialen auf der Spur

Möchte ein Unternehmen wachsen, stellt sich stets die Frage, in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt die zur Verfügung stehenden Ressourcen ggf. ausgebaut werden müssen. Ziel muss es sein, das angestrebte Wachstum, soweit möglich, mit den vorhandenen Ressourcen zu realisieren. Es ist also die Frage zu beantworten, wie effizient die aktuellen Prozesse tatsächlich durchgeführt werden bzw. welche Ressourcen allein durch eine effizientere Prozessgestaltung „gewonnen“ werden können.

Ausgangspunkt für die Entwicklung eines schlüssigen Konzeptes muss daher eine systematische Ist-Analyse gegenwärtiger Betriebsabläufe sein. Betrachtet wurde in dem vorliegenden Beratungsprojekt der komplette Auftragsabwicklungsprozess der Sicatron GmbH. Hierzu zählen sämtliche Prozessschritte, die von der Kundenanfrage bis zum Versand des fertigen Produktes in der Organisation anfallen. Die Ist-Analyse wurde interviewbasiert und direkt am Ort des Geschehens durchgeführt. Dazu wurden mit allen involvierten Abteilungen Fokusinterviews geführt. Auf Basis dieser Fokusinterviews konnte der Prozess systematisch in ein sog. Swimlane-Diagramm überführt werden.

Das Swimlane-Diagramm ist eine bewährte Methode, um Prozesse, inklusive der verwendeten Tools und Dokumente, grafisch darzustellen und Zusammenhänge zu visualisieren. Auf diese Weise wurde gemeinsam Transparenz über die tatsächlich vorherrschenden Abläufe in der Auftragsabwicklung hergestellt. Die dabei von KruCon herausgearbeiteten Verbesserungspotenziale wurden mit Hilfe von sog. Kaizen-Wolken in das Swimlane-Diagramm eingezeichnet.

Durch diese stringente Methodik erlangten alle Prozessbeteiligten ein einheitliches Verständnis über den ganzheitlichen, abteilungsübergreifenden Prozessablauf. Durch die für alle nachvollziehbare und transparente Kennzeichnung von Verbes-serungspotentialen am visualisierten Prozess, war die notwendige Wissens- und Diskussionsgrundlage für einzuplanende Optimierungsmaßnahmen gelegt.

Die Verbesserungspotentiale wurden durch KruCon in drei Handlungsfeldern gebündelt, um die strategischen Stoßrichtungen aufzuzeigen:

1. Pipeline greifbar machen

2. Produktion stabil steuern

3. Produktivität steigern & marktsynchron produzieren

Diese übergeordneten Handlungsfelder bilden das Grundgerüst des entwickelten Konzeptes und bündeln jeweils wiederum untergeordnete Handlungsfelder, die die Verbesserungspotentiale berücksichtigen und den konkreten Handlungsbedarf beschreiben. Im Folgenden werden die übergeordneten Handlungsfelder skizziert.

(1) Die Pipeline greifbar machen

Neben der eigentlichen Optimierung von Geschäftsprozessen, ist die richtige Aufstellung und Ausrichtung der Organisation sicherzustellen. Im Kern geht es hierbei darum, Aufwände grundsätzlich richtig zu organisieren bzw. zu adressieren. Nach bzw. parallel zu einer erfolgreichen Ausrichtung der Organisation können die Geschäftsprozesse hinsichtlich kurzer Durchlaufzeiten und hoher Prozessqualitäten optimiert werden. Dabei gilt es die Komplexität insgesamt sukzessiv zu reduzieren, indem Tätigkeiten bzw. Teilprozesse gezielt verschlankt und standardisiert werden. Es gilt also zunächst die beiden folgenden Fragen zu beantworten und entsprechende Schlüsse zu ziehen:

1. Tun wir überhaupt das Richtige?

2. Machen wir das Richtige richtig?

Insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Unternehmenswachstums kann eine weitergehende Verschlankung und Fokussierung der Prozesse einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten, die für das Wachstum erforderlichen Kapazitäten zu generieren.

(2) Die Produktion stabil steuern

Ein stabiler und wirtschaftlicher Produktionsprozess ist ein zentraler Pfeiler des un-ternehmerischen Erfolgs. Um die Produktionsprozesse auch in Zukunft sicher beherrschen und vorhandene Potentiale voll ausschöpfen zu können, müssen die entsprechenden Planungs- und Steuerungstools der Sicatron GmbH an die neuen Anforderungen angepasst werden. Hierunter fällt insbesondere die Implementierung einer geeigneten ERP-Lösung, welche auch das alte, an seine Grenzen gestoßene, Warenwirtschaftssystem ablösen kann. Ziel muss es sein, eine Integration der eingesetzten Softwarelösungen voranzutreiben und dadurch Insellösungen oder Redundanzen zu vermeiden.

Die softwareseitige Modernisierung kann darüber hinaus die Weiterentwicklung des Performance Managements im Unternehmen unterstützen. Prozesse, Aufgaben und Status können auch zukünftig durch den Einsatz von Plantafeln visuell dargestellt werden. Ergänzend kann jedoch, etwa durch den Einsatz von Barcodes, eine Digitalisierung der Arbeitsplätze zielgerichtet vorangetrieben werden. Dazu gehören unter anderem das Erfassen von Fertigungsaufträgen mittels Barcode-Scannern zur Rückmeldung des Arbeitsfortschrittes sowie die Bereitstellung von digitalen Zeichnungen, Arbeits- und Prüfplänen unmittelbar am Arbeitsplatz. Auch die Verwaltung des Lagers kann auf diese Weise „smarter“ erfolgen.

(3) Die Produktivität steigern & marktsynchron produzieren

Im dritten Handlungsfeld gilt es die Hebel und Stellschrauben des Lean Managements zu nutzen, um nicht nur eine schlanke Organisation aufzubauen, sondern diese auch während der Wachstumsphasen schlank zu halten. Die Analyse hat gezeigt, dass eine konsequente Einführung von Lean Management die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Sicatron GmbH noch weiter steigern kann.

Mittels einer Wertstromanalyse und einem anschließenden Wertstromdesign gilt es die Gestaltung der Fertigung bzw. des Fertigungslayouts so vorzunehmen, dass das Material möglichst unterbrechungsfrei durch die Produktion fließen kann. So können kurze Durchlaufzeiten und geringe Bestände auch im Rahmen des fortschreitenden Unternehmenswachstums sichergestellt werden. Vorhandene Ressourcen werden dadurch geschont.

Als zentrales Element der Lean Production ist hier auch die Einführung eines sog. Shopfloor Managements in der Produktion zu sehen. Shopfloor Management be-zeichnet eine kurzzyklische Führungsroutine, welche direkt am Ort der Wertschöpfung stattfindet. Diese Routine hat sich als effizientes Führungsinstrument zur systematischen Steigerung der Leistungsfähigkeit von Prozessen in der Produktion bewährt. Die Methode kann zur Prozesssteuerung, zum Abweichungsmanagement sowie zur systematischen Prozessverbesserung eingesetzt werden. Shopfloor Management nutzt dabei die Methoden des visuellen Managements. So schaffen Plan- bzw. Verbesserungstafeln stets eine verständliche Übersicht bezüglich des aktuellen Produktionsstatus. Sind während der Schicht Hindernisse oder Störungen aufgetreten, werden diese nach einer festgelegten Routine im Team kommuniziert. Gleichzeitig werden Maßnahmen abgeleitet und adressiert, die zur Beseitigung der festgestellten Störungen bearbeitet werden müssen.

Auf diese Weise wird das Wissen der Mitarbeiter aktiv genutzt, um Prozessprobleme offenzulegen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Auch werden so alle Mitarbeiter aktiv in die Prozesse zur Problemlösung und damit zur Gestaltung ihrer eigenen Arbeitsumgebung eingebunden.

Die Systemlandschaft zielgerichtet weiterentwickeln

Es ist offensichtlich, dass die Verfügbarkeit und Ausbreitung digitaler Technologien unsere gesamte Wirtschaft nachhaltig verändern. Betroffen von der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung ist nicht nur die Sicatron GmbH, sondern alle am Markt agierenden Unternehmen. Dies gilt unabhängig von der Betriebsgröße oder Branche, in der sich ein Unternehmen bewegt. Die Herausforderung ist jedoch, eine für das eigene Unternehmen passende Strategie zu finden, nach der die digitale Transformation der Unternehmensprozesse erfolgen soll. Auf keinen Fall darf hier der Fehler gemacht werden, Prozesse voreilig zu digitalisieren. Im Vorfeld gilt es die Prozess- und Datenlandschaft der Organisation schlank, effizient und stabil zu gestalten.

Die Ausarbeitung der oben beschriebenen Handlungsfelder stellt der Sicatron GmbH einen Leitfaden für die Weiterentwicklung der Systemlandschaft zur Verfügung. Dabei stehen stets die Systematik sowie die konzeptionellen- und methodischen Handlungsbedarfe im Vordergrund. Anhand dieser aufgezeigten Handlungsbedarfe kann sich die Sicatron GmbH orientieren, um die erforderlichen IT-Lösungen zu definieren und zu spezifizieren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sich die Auswahl der IT-Lösungen an effizienten und zielführenden Strukturen und Prozessen orientiert. Schließlich ist die finale IT-technische Umsetzung nur ein Erfolgsfaktor von vielen. Wird im Vorfeld keine Klarheit über die „richtigen“ Strukturen und Prozesse geschaffen, können die IT-Lösungen nicht die gewünschte Wirksamkeit entfalten.

Auch können die IT-Systeme keine effizienten Führungsroutinen wie das Shopfloor Management ersetzen. Vielmehr gilt es die IT-Systeme ganz bewusst dort einzusetzen, wo sie die definierten Prozesse wirklich unterstützen und weiterentwickeln können.

Fazit

Die Sicatron GmbH hat ein Konzept an die Hand bekommen, mit dem die richtigen Weichen für das Unternehmenswachstum gestellt werden können. Das Konzept bietet der Sicatron GmbH einen ganzheitlichen Handlungsrahmen, welcher die strategischen Stoßrichtungen sowie Methoden vorgibt und somit Handlungssicherheit schafft. Innerhalb dieses Rahmens kann das Unternehmen seine Strukturen und Prozesse den eigenen Anforderungen und Bedürfnissen entsprechend gestalten.

Ziya Cakmak

Ziya Cakmak

„Durch das von KruCon ausgearbeitete Konzept, sind wir für die Zukunft, auch im Hinblick auf die Digitalisierung und Industrie 4.0 gut gerüstet.“